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Eulenspiegeleien in Seniorenrunde |
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Realschule an der Wernersstraße startet Vorleseaktion (02.03.2009) |
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Der Buchtitel "Ein kurtzweilig Lesen von Dyl Ulenspiegel, geboren uß dem Land zu Brunßwick, wie er sein Leben vollbracht hat…", das um 1510 entstand und anonym veröffentlicht wurde, sagt niemandem etwas. Ist hingegen von „Till Eulenspiegel“ die Rede, nicken alle mit dem Kopf, denn den kennen die meisten von Kindheit an. Wohlwollendes Lächeln und bestätigende Blicke gab es in diesen Tagen dann auch auf einer gerontopsychiatrischen Station der LVR-Klinik Düren, als Schülerinnen und Schüler des sechsten Jahrgangs eigens in die Klinik gekommen waren, um Seniorinnen und Senioren mit den beliebten heiteren Texten zu erfreuen. |
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Eulenspiegel ist nur äußerlich ein Narr, tatsächlich ist er seinen Mitmenschen an Geisteskraft, Durchblick und Witz überlegen. Eulenspiegels Streiche ergeben sich meist daraus, dass er eine bildliche Redewendung wörtlich nimmt. Er verwendet dieses Wörtlichnehmen als ein Mittel, die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen bloßzustellen und die Missstände seiner Zeit aufzudecken. Das Ergebnis sind amüsante Geschichten, die auch noch fast 500 Jahre danach die Menschen zum Lachen und Nachdenken bringen. |
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Frau Melanie Landen, Lehrerin an der Realschule Wernersstraße, die seit drei Jahren eine Projektpartnerschaft mit der Klinik pflegt, stellte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Klassen 6 zusammen, die zu den Finalisten eines schulinternen Vorlesewettbewerbs gehören. Diese bereitete sich intensiv auf den Auftritt vor und brachte dann vor aufmerksam lauschenden Patientinnen die bekanntesten und beliebtesten Eulenspiegeleien zum Besten. |
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Dilara Duman, Danjo Krawczyk, Achim Weigandt, Anna-Katharina Dykstra, Fejza Kocpinar, Wibke Sattler, Ann-Christin Friesen, Nasrin Mohammed und Anna Roeb konnten durch gekonntes Vorlesen überzeugen und boten damit dem Vorurteil Paroli, die Jugend lese nicht oder kaum. |
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Mitarbeiterin Birgit Leen und Pflegedirektorin Jutta Schlegel wussten zu berichten, wie wichtig die lebendige Begegnung mit der jungen Generation für eventuelle Heilungsprozesse in der Gerontopsychiatrie ist; das Vortragen von in Kindheit bzw. Schulzeit gelesenen oder gehörten Geschichten aktiviert das Erinnerungsvermögen. Dass dem so ist, war an dem Vormittag in den Gesichtern der alten Menschen zu erkennen, die blitzschnell Bilder aus vergangenen Tagen aufflackern sahen. So ist es nur zu gut nachvollziehbar, dass den jungen Vorleserinnen und Vorlesern mit einem herzlichen Applaus zum Abschied gedankt wurde. |
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Schulleiter Heinz Hermann Eschen und Dr. Erhard Knauer, Ärztlicher Direktor der Klinik, begrüßten ausdrücklich diese lebensnahe Form der Zusammenarbeit und wünschten eine baldige Fortsetzung. |
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