Berufswahlvorbereitung an der RSW

 
Die Realschule Wernersstraße in Düren geht bei der Berufsberatung ihrer Schülerinnen und Schüler neue Wege: 88 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 checkten ihre Kompetenzen und lernten so ihre Stärken kennen - finanziert mit Hilfe des Projekts „Zukunft fördern“.
 

Düren, im Mai 2009 – Die Realschule Wernersstraße in Düren geht bei der Berufswahlorientierung ihrer Schülerinnen und Schüler neue Wege: 88 Jugendlichen der Jahrgangsstufe 8 nahmen in den vergangenen Tagen an einem professionellen Kompetenzcheck teil, durchgeführt von erfahrenen Psychologen eines renommierten Instituts für Eignungsdiagnostik. Mehr als 6 Unterrichtstunden lang mussten die Schüler sich den Testfragen der Prüfer stellen, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Dieses Kompetenz-Feststellungsverfahren besteht aus mehreren Tests und einem umfangreichen beruflichen Interessenfragenkatalog. Gemessen werden allgemeine Potentiale und Kompetenzen wie Sprache und Wortschatz, Umgang mit Zahlen, räumliches Vorstellungsvermögen, mechanisch-technisches Verständnis, logisches Schlussfolgern und planvolles Denken, aber auch Arbeitshaltung und Arbeitsverhalten, konzentrierte Arbeitsleistung (Quantität) oder Arbeitssorgfalt (Qualität). Hinzu kommt die Ermittlung von beruflichen Interessen und Orientierungen.

Nun kennen die 88 Schülerinnen und Schüler der drei Achterklassen  ihre individuellen Stärken, aber auch ihre Schwachpunkte. In den folgenden Tagen werteten sie die Berufseignungs- und findungstests in der Schule und im BIZ aus und sammelten eigenständig Informationen über die ihnen empfohlenen Tätigkeitsfelder. Die Klassenlehrerinnen und -lehrer der Realschule Wernersstraße sowie die Berufsberaterin der Agentur für Arbeit in Düren, Frau Sonja Helms, begleiteten und unterstützten diese Recherche. Diese Erweiterung des Wissensspektrum über Berufe, ihre Inhalte, Anforderungen, oder Tätigkeiten wurde auf Postern festgehalten und mit den in den Tests ermittelten Kompetenzen, Potenzialen und beruflichen Interessen  abgeglichen.

Auch die Schüler fanden die Tests, das Feedback und den Recherche-Tag  im BIZ sehr spannend und informativ, waren von ihren Testergebnissen und den Berufswahlempfehlungen durchaus angetan:  Marco (14 J.): „Ich weiß jetzt klarer, wo meine Stärken sind und was ich noch trainieren muss“. „Bei mir ist als Berufsvorschlag das herausgekommen, was ich mir auch vorher schon überlegt hatte. Ich finde es wichtig, dass auch in den künftigen Klassen 8 diese Tests gemacht werden“ Jenny (14 J.). „Ich fand´s gut, weil man eine Vorstellung davon bekommt, was man später machen könnte und im BIZ auch Eindrücke sammeln kann, was sich hinter dem Beruf wirklich verbirgt“ (Marcel, 15 J.). „Es war gut, dass uns Hilfestellung gegeben wurde, wie sich unsere Interessen mit konkreten Berufswünschen und -vorstellungen in Übereinstimmung bringen lassen“ (Julia, 14 J.).

Zur Theorie folgt nun die Praxis: In den individuell ermittelten Berufsfeldern findet für die Teilnehmer des Kompetenzchecks im Juni zunächst ein „Schnupperpraktikum“ statt; im Herbst ist ein zweiwöchiges Praktikum im Rahmen dieses Projektes Pflicht. Diese Praktika werden von der Schule intensiv vor- und nachbereitet, sowie betreut.

Im Rahmen einer feierlichen Präsentationsveranstaltung stellen die Teilnehmer des Kompetenzfeststellungsverfahren dann unter Anwesenheit von Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Agentur für Arbeit, Eltern und Lehrern im Dezember 2009 ihre Ergebnisse vor.

Heinz Hermann Eschen, Schulleiter an der Realschule Wernersstraße in Düren, und der für dieses Projekt verantwortliche Berufwahlkoordinator der Schule, Herr Horst-Dieter Herberg, erläutern die Motive ihrer Schule hinter der Durchführung dieses nachhaltigen Berufsfindungstest:: „Mit dem mehrstufigen Kompetenzfeststellungsverfahren geben wir jetzt bereits unseren Achtklässlerinnen und Achtklässlern die Möglichkeit, sich  frühzeitig mit dem wichtigen Thema Berufswahl auseinander zu setzen. Unsere Schüler wissen jetzt deutlich früher als bisher, in welche Richtung es nach der Schule beruflich gehen kann. Dieses Stärken-Schwächen-Profil jedes einzelnen Schülers ist die Basis zur weiteren Förderung der Stärken und zum Abbau möglicher Defizite zu einem frühen Zeitpunkt. Im Rahmen unserer individuellen Förderung wird dieses Profil immer wieder im Schulalltag aufgegriffen werden, so dass bis zu einem möglichen Berufsstart in gut zwei Jahren die Defizite aufgearbeitet sind und kein Hindernis mehr darstellen.

Möglich wird das mehrstufige Kompetenzfeststellungsverfahren an der Realschule Wernersstraße durch finanzielle Fördermittel in Höhe von 5.000 Euro aus dem Innovationsprojekt „Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung gestalten“  der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Schule und Weiterbildung sowie der Stiftung Partner für Schule NRW.

Im Rahmen des Projekts „Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung gestalten“ unterstützt die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit in Zusammenarbeit mit dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Schule und Weiterbildung sowie der Stiftung Partner für Schule NRW seit 2008 rund 1500 allgemein bildende weiterführende Schulen in Nordrhein-Westfalen bei der Durchführung von Maßnahmen zur Berufsorientierung. 10 verschiedene Projektmodule wurden für verschiedene Schulformen bedarfsorientiert konzipiert - von Berufsorientierungscamps über Schülerfirmen und Auslandspraktika bis zu Kompetenzfeststellungsverfahren. Wie im Auftaktjahr 2008 stellt die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit auch 2009 7,5 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Insgesamt werden nordrhein-westfälische Schulen bis 2010 mit rund 30 Millionen Euro bei der Umsetzung von Maßnahmen zur innerschulischen Berufsorientierung unterstützt.